Datum: 05 / 10 / 2020

Autor: Sylvia Matitschka

ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz
ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz 2
ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz 3
ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz 4
ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz 5

ADAC Total 24h-Rennen 2020: Eine Bilanz

Das grosse 24h-Rennen 2020 am Nürburgring ist Geschichte. In vielerlei Hinsicht endete es nicht mit dem erhofften Erfolg für unser Team octane126. Nun heisst es Bilanz ziehen: Was ging schief, wo lagen unsere Fehler, unsere Schwächen und wo müssen wir ansetzen, um uns zu verbessern?

 

Fast keine Zuschauer, dafür extreme Regenfälle

In den vergangenen Jahren glich das 24h-Rennen einem Volksfest ohne Gleichen. Bis zu 230'000 Zuschauer und Fans machten sich über das lange Wochenende auf in die Eifel und feierten ununterbrochen am Rande der Strecke. In diesem Jahr sah auch hier alles anders aus. Zuerst musste die 48. Ausgabe des Rennens um vier Monate auf September verschoben werden, danach wurde lediglich 8’500 Zuschauern der Eintritt auf die Tribünen gewährt. Das Fahrerlager und die Nordschleife blieben geschlossen.

Die Grüne Hölle machte Ihrem Namen alle Ehre

Schwere, sintflutartige Regenfälle, Eiseskälte und Sonnenschein im regen Wechsel. An diesem Rennwochenende zeigte das gnadenlose Eifelwetter das Maximum seiner Kräfte. Nach etlichen Crashs wurde das Rennen um 22:30 Uhr für neuneinhalb Stunden mit der roten Flagge unterbrochen, weil das Wasser die Strecke unbefahrbar gemacht hatte. Erst um 8:00 Uhr morgens konnte der Wettstreit wieder aufgenommen und bis 15:30 Uhr durchgezogen werden.

Reifen, Reifen und nochmals Reifen

Im Qualifying konnten wir uns durch unseren Fahrer Luca Ludwig den 2. Startplatz sichern und somit aus der ersten Reihe starten. Auch das Rennen am Samstag begann erfolgreich, als sich Jonathan Hirschi mit dem Ferrari 488 GT3 Evo kurzzeitig an die Spitze setzen konnte. Doch bereits nach der ersten Runde begannen unsere Probleme mit den Regenreifen. Unsere sehr junge Kooperation mit dem Hersteller Goodyear hatte zur Folge, dass wir die eingesetzten Reifen noch nicht genügend getestet und weiterentwickelt hatten, um den besonders schwierigen Bedingungen standhalten zu können. Auf trockener Strecke brachten sie Ihre Leistung auf den Boden und wir konnten trotz kurzfristiger Neueinstufung der BoP und einhergehender Leistungseinbusse mit der Spitze mithalten. Auf dem extrem nassen Asphaltbelag, welcher in der Nacht auf bis zu vier Grad Celsius abkühlte, kam der Reifen jedoch nicht zum Arbeiten und entwickelte keinen Grip. Eine 14.5- stündige Achterbahnfahrt, bei welcher das Hauptziel darin bestand, Fahrer und Fahrzeug sicher in die Box zurückzubringen.

Nach dem unerbittlichen Kampf gegen die Witterung, die riesigen Wassermengen und die nicht funktionierenden Reifen konnte unser Team schliesslich auf Platz 20 ins Ziel einfahren.

Ein weiterer kleiner, aber folgenschwerer Fehler bestand darin, dass einer unserer Fahrer die Mindestanzahl von 15 Rennrunden um eine Runde unterschritt. In einem normalen Rennen ohne Unterbrechung wäre dies nicht ins Gewicht gefallen. Jedoch kam es bei insgesamt 9.5h weniger Zeit auf der Strecke auf genau diese eine Runde an. So wurde octane126 nachträglich mit sieben weiteren Teams aus der Wertung genommen.

Das Team als Sinnbild eines Uhrwerkes

Ein Team im Motorsport ist sinnbildlich mit einem Uhrwerk zu vergleichen. Jedes Zahnrad muss in seiner entsprechenden Geschwindigkeit laufen und ineinandergreifen, um voranzukommen, ist eines blockiert, bricht die Kette zusammen. Auch in einem Team, welches den Sieg als Ziel hat, stellt jedes einzelne Mitglied eine Komponente des Ganzen dar. Kommt eine davon zum Erliegen oder funktioniert nicht, steht die komplette Uhr still. Vom einzelnen Mechaniker, welcher am Fahrzeug Einstellungen und Änderungen vornimmt, über die Fahrer, welche durch Taktik, Konzentration und Ausdauer die Leistung auf die Strecke bringen müssen, bis hin zu den Entscheidungsträgern, welche die Strategie verantworten und das Gesamtbild im Blick haben müssen. Jeder muss seine Aufgaben zuverlässig erfüllen und als Teil des Ganzen funktionieren. Fehler werden in diesem harten Umfeld nicht verziehen.

Wie geht es weiter?

Da gibt es nur eine Antwort: Niemals aufgeben! Mit Rückschlägen und Misserfolgen umgehen gehört zum Sport genauso dazu wie das Siegen an sich! Wir kennen unsere Schwächen, wir haben unsere Fehler aufgedeckt, nun heisst es unsere Erkenntnisse in den Lernprozess zu implementieren und raus damit auf die Teststrecke!

Wir werden uns wiedersehen!

Euer octane126-Team

 

                                      

«Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen!»

 

 

KONTAKTIEREN SIE UNSKONTAKTIEREN
SIE UNS

octane126 NEWSLETTERoctane126
NEWSLETTER

Für die Bereitstellung des bestmöglichen Service verwenden wir Cookies. Mit der Nutzung der Website eklären Sie sich mit dem Einsatz einverstanden.

OK